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Navigation – nicht nur auf dem Grünen Band: Garmin vs. Komoot App

Ich hatte mich seit dem Frühjahr mit diesem Thema beschäftigt, weil eine vernünftige, zuverlässige  Navi-Lösung her musste, da ich auf dieser Tour keine Landkarten mitnehmen konnte oder wollte. Bis jetzt hatte ich nie über ein spezielles Fahrrad-Navi nachgedacht, geschweige denn gebraucht (was auch daran lag, dass ich entweder die Strecken kannte oder sie intuitiv entdeckte).

Für diese Radtour über 1.250 Km auf unbekanntem Terrain wollte ich mich nicht allein auf die Intuition verlassen, sondern musste eine verlässliche Hilfe haben, um von A nach B zu kommen. Ich kannte vor allem Garmin, die mehr oder weniger Marktführer im Outdoor-Bereich sind.

Garmin Edge 820

Das Glück wollte es so und ich konnte mir von einem Kollegen ein Garmin Edge 820 übers Wochenende ausleihen. Die Bedienung funktionierte ordentlich, die Routenplanung lief aus meiner Sicht besser vom heimischen PC als mit dem kleinen, fummeligen Touchscreen. Das ist sicher auch Geschmacks- und vor allem Übungssache. Erstaunlich und sehr angenehm war die lange Akkulaufzeit, die einen Tagestrip von sechs oder sieben Stunden locker überstehen würde. Befestigung am Rad war okay und sicher, der Kontrast war gut, also warum nicht bestellen. Das fragte ich mich auch und die Antwort kam, als ich mich nur wenig später mit der Komoot App beschäftigte.

Jetzt aber Komoot…

Die war mir aus unerfindlichen Gründen von Beginn an sympathischer – inzwischen glaube ich zu wissen, dass mich die Kombination EiFon/Komoot überzeugt hatte. Das kennt man, man hat immer viel mit GoogleMaps gearbeitet und ist nun erstaunt, dass das Kartenmaterial noch detaillierter sein kann.

Man soll zwei Nachteile nicht verschweigen, denn die Akkulaufzeit eines Smartphones ist deutlich geringer als die vom Garmin-Gerät. Bei mir hielt eine Akkuladung max. drei Stunden. Damit ist nicht groß Staat zu machen. Dafür hatte ich zwei Lösungen parat: eine Powerbank, die mir für die restlichen drei Stunden genügend Strom schenkte. Oder das wichtigste Kabel im Leben eines E-Bikers: die Verbindung zwischen Bosch Intuvia-Steuergerät mit dem EiFon. Fürs richtige Aufladen reicht das leider nicht, aber zumindest bleibt das Ladeniveau des EiFons plus-minus erhalten, so dass man tatsächlich an einem Stück radeln kann und nie auf die Komoot Navigation verzichten muss. Zum anderen ist der Kontrast auf dem Smartphone bei direkter Sonneneinstrahlung meistens ungenügend, mit der Folge: man kann nix erkennen. Bislang habe ich dafür noch keine überzeugende Lösung gefunden.

Was mir besonders gefiel:

  • Der deutliche günstigere Preis für die Freischaltung der Karten
  • Die vielfältigen Einstellungen für unterschiedliche Fahrradtypen
  • Die After Services (Teilen der Tour, einfaches Einbinden auf Webseiten, Freunde, Kommentieren, direkt Bilder von den Tour-Highlights hochladen…)
  • Eine schier unübersichtliche Sammlung an Tourenvorschlägen weltweit, aber genauso auch direkt vor der Haustür
  • Die Möglichkeit, selber zum Touren-Guide zu werden
  • Und eine tolle Navigationsgenauigkeit plus sehr gutem Kartenmaterial, was ich einige Male dringend benötigt hatte
  • Nur einmal einen Ausfall, bei dem ich allerdings die App erst deinstallieren und dann neu installieren musste, um Komoot zum Weitermachen zu bewegen

Für datenschutz-empfindliche Menschen ist Komoot gar nichts, weil man sehr vielen Freigaben auf dem Handy zustimmen muss, sonst funktioniert es nicht. Wer immer sich – legal oder illegal – an Komoot dranhängt, hat ganz schnell ein umfassendes (Persönlichkeits)-Profil der gesamten Komoot-Community – das muss man mögen und akzeptieren. Oder halt eine andere Lösung suchen. Wer einen kurzen Spaziergang als „neue Tour“ anbietet, hat diese Bedenken sowieso nicht. Ich finde diese Meldungen „Outdoor-Maus ist gewandert“ vor allem dann putzig, wenn es sich um einen kleinen Spaziergang von einer dreiviertel Stunde handelt. Komoot vergisst ja nichts und notiert Länge, Höhenmeter, Dauer usw.

Zusätzlich habe ich mir einen „bombensicheren“ Halter sowie einen Regenschutz (alles von Morpheus Labs) für mein altes EiFon 6 bestellt. Selbst bei meinem Sturz auf dem Kolonnenweg hielt der Halter, was er sollte, nämlich mein Handy und schützte es vor Kratzern oder gar Totalausfall. Das war also ein ungewollter Praxistest, immerhin mit ordentlichem Ergebnis bestanden. Bei Amazon finden sich jedoch auch Hardcore-Monotrailer, die sich über die labbelige Haltersteifigkeit beklagten – von unzufrieden bis sofort wieder zurückgeschickt. Das kann ich so nicht bestätigen, denn immerhin hatte ich bis zum Harz auch etliche mountainbike-verdächtige Streckenabschnitte, bei denen nichts gewackelt hat oder das EiFon – mit oder ohne – Halterung runtergefallen wäre.

Grünes Band Komoot Navigation App
Bosch Intuvia – EiFon 6 und das Allerheiligste: ein kurzes Ladekabel

Veröffentlicht in Allgemein

2 Kommentare

  1. Marianne Marianne

    Ich bin wegen Kommot hin und hergerissen, denn das Community System ist cool, aber der Stromverbracuh ist richtig ätzend. Gut, das liegt am Handy, aber andere Apps sind auch keine Stromfresser. Für mehr Outdoor habe ich lieber ein Extra-GPS, kein Garmin, mir reicht was von Blaupunkt – das hält bei mir wenigstens zwei Tage. Zuhause fummele ich die Touren am PC und lade sie aufs das GPS hoch. Die Bilderfunktion bei Kommot ist ein nettes Gadget, fürs Navigieren mit Rad ode rzu Fuß jedoch überflüssig. Darum ein „Dislike“ für die Handy-Navigation. Tschüss und immer gute Fahrt!

    • Stefan Stefan

      Vielen Dank für deine Einschätzung – ja, das Smartphone im Dauerbetrieb für GPS verbraucht viel Strom und vermutlich ist das nur mit einem E-Bike gut zu lösen.

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