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Navigation – nicht nur auf dem Grünen Band: Garmin vs. Komoot App

Ich hatte mich seit Anfang 2019 mit diesem Thema beschäftigt, weil eine vernünftige, zuverlässige  Navi-Lösung her musste. Ich konnte auf dieser Tour nicht -zig Landkarten mitnehmen. Bis jetzt hatte ich noch nie über ein spezielles Fahrrad-Navi nachgedacht, geschweige denn gebraucht (was auch daran lag, dass ich entweder die Strecken kannte oder sie intuitiv entdeckte).

Für diese Radtour über 1.250 Km auf unbekanntem Terrain wollte ich mich nicht allein auf die Intuition verlassen, sondern musste eine verlässliche Hilfe haben, um von A nach B zu kommen. Ich kannte vor allem Garmin, die mehr oder weniger Marktführer im Outdoor-Bereich sind.

Garmin Edge 820

Das Glück wollte es und ich konnte mir von einem Kollegen das Garmin Edge 820 übers Wochenende ausleihen. Die Bedienung funktionierte ordentlich, die Routenplanung lief aus meiner Sicht besser vom heimischen PC als mit dem kleinen, fummeligen Touchscreen. Das ist sicher auch Geschmacks- und vor allem Übungssache. Erstaunlich und sehr angenehm war die lange Akkulaufzeit, die einen Tagestrip von sechs oder sieben Stunden locker überstehen würde. Befestigung am Rad war okay und sicher, der Kontrast war gut, also warum nicht bestellen. Das fragte ich mich auch und die Antwort kam, als ich mich nur wenig später mit der Komoot App beschäftigte.

Jetzt aber Komoot…

Die war mir aus unerfindlichen Gründen vorher nicht über den Weg gelaufen, jedoch von Beginn an sympathischer. Ich glaube, dass mich die Kombination EiFon/Komoot direkt überzeugt hatte. Das kennt man, man hat immer viel mit GoogleMaps gearbeitet und ist nun erstaunt, dass das Kartenmaterial noch detaillierter sein kann.

Man soll zwei Nachteile nicht verschweigen, denn die Akkulaufzeit eines Smartphones ist deutlich geringer als die vom Garmin-Gerät, zumal die dauernde Navigation den Akku strapaziert. Bei mir hielt eine Akkuladung max. drei Stunden. Damit ist nicht groß Staat zu machen. Ich hatte zwei Lösungen für diesen Engpass parat: eine Powerbank, die mir für die restlichen Stunden genügend Strom schenkte. Oder das wichtigste Kabel im Leben eines Touren-E-Bikers: die Verbindung zwischen Bosch Intuvia-Steuergerät mit dem EiFon. Fürs richtige Aufladen reicht das nicht, aber zumindest bleibt das Ladeniveau des EiFons plus-minus erhalten, so dass man tatsächlich an einem Stück radeln kann und nie auf die Komoot Navigation verzichten muss. Als zweiter Nachteil muss der geringe Kontrast bei direkter Sonneneinstrahlung genannt werden. Bislang habe ich dafür noch keine überzeugende Lösung gefunden.

Was mir bei Komoot besonders gefiel:

  • Der deutliche günstigere Preis für die Freischaltung der Karten
  • Die vielfältigen Einstellungen für unterschiedliche Outdoor-Beschäftigungen
  • Die After Services (Teilen der Tour, einfaches Einbinden auf Webseiten, Freunde, Kommentieren, direkt Bilder von den Tour-Highlights hochladen…)
  • Eine schier unübersichtliche Sammlung an Tourenvorschlägen weltweit, aber genauso auch direkt vor der Haustür
  • Die Möglichkeit, selber zum Touren-Guide zu werden
  • Und eine tolle Navigationsgenauigkeit plus sehr gutem Kartenmaterial, was ich einige Male dringend benötigt hatte
  • Nur einmal einen Ausfall, bei dem ich allerdings die App erst deinstallieren und dann neu installieren musste, um Komoot zum Weitermachen zu bewegen

Für datenschutz-empfindliche Menschen ist Komoot gar nichts, weil man sehr vielen Freigaben auf dem Smartphone zustimmen muss, sonst funktioniert es nicht. Wer immer sich – legal oder illegal – an Komoot dranhängt, hat ganz schnell ein umfassendes (Persönlichkeits)-Profil der gesamten Komoot-Community – das muss man mögen und akzeptieren. Oder halt eine andere Lösung suchen. Wer jedoch einen kurzen Spaziergang als „neue Tour“ anbietet, hat diese Bedenken sowieso nicht. Ich finde diese Meldungen z.B. „Outdoor-Maus ist gewandert“ vor allem dann putzig, wenn es sich um einen kleinen Spaziergang von einer dreiviertel Stunde handelt. Komoot vergisst ja nichts und notiert Länge, Höhenmeter, Dauer usw.

Zusätzlich habe ich mir einen „bombensicheren“ Halter sowie einen Regenschutz (alles von Morpheus Labs) für mein altes EiFon 6 bestellt. Selbst bei meinem Sturz auf dem Kolonnenweg hielt der Halter, was er sollte, nämlich mein Handy und schützte es vor Kratzern oder gar Totalausfall. Das war also ein ungewollter Praxistest, immerhin mit ordentlichem Ergebnis bestanden. Bei Amazon finden sich jedoch auch Hardcore-Monotrailer, die sich über die angeblich labbelige Haltersteifigkeit beklagten – von unzufrieden bis sofort wieder zurückgeschickt. Das kann ich so nicht bestätigen, denn immerhin hatte ich bis zum Harz auch etliche mountainbike-verdächtige Streckenabschnitte, bei denen nichts gewackelt hat oder das EiFon gar runtergefallen wäre.

Grünes Band Komoot Navigation App
Bosch Intuvia – EiFon 6 und das Allerheiligste: ein kurzes Ladekabel

Veröffentlicht in Allgemein

4 Kommentare

  1. Marianne Marianne

    Ich bin wegen Kommot hin und hergerissen, denn das Community System ist cool, aber der Stromverbracuh ist richtig ätzend. Gut, das liegt am Handy, aber andere Apps sind auch keine Stromfresser. Für mehr Outdoor habe ich lieber ein Extra-GPS, kein Garmin, mir reicht was von Blaupunkt – das hält bei mir wenigstens zwei Tage. Zuhause fummele ich die Touren am PC und lade sie aufs das GPS hoch. Die Bilderfunktion bei Kommot ist ein nettes Gadget, fürs Navigieren mit Rad ode rzu Fuß jedoch überflüssig. Darum ein „Dislike“ für die Handy-Navigation. Tschüss und immer gute Fahrt!

    • Stefan Stefan

      Vielen Dank für deine Einschätzung – ja, das Smartphone im Dauerbetrieb für GPS verbraucht viel Strom und vermutlich ist das nur mit einem E-Bike gut zu lösen.

  2. Birgit Birgit

    Hallo Stefan,
    ich habe mit großem Interesse deinen Blog gelesen. Bin ich doch nur zufällig als Kind noch vor dem Mauerbau mit der ganzen Familie diesseits der innerdeutschen Grenze gelandet. Wir hatten viel DDR-Verwandtschaft und das Leiden an bzw. die Auseinandersetzung mit der deutschen Teilung gehören zu meiner Biografie. Der Mauerfall 1989 war überwältigend. Was seitdem passiert ist, ist ein weites Feld…
    Aber eigentlich wollte ich eine Kleinigkeit zum Thema Komoot beisteuern. Du erwähnst irgendwo die eigenwillige Streckenführung: das kann ich bestätigen, ich schlug mich auch schon durchs Unterholz, wo Komoot mir einen Weg vorgaukelte. Dank der GPS-Funktion konnte ich immerhin erkennen, dass ich mich auf der vorgeschlagenen Strecke befand… 😉
    Viele Grüße, ich freue mich schon auf Blogs von weiteren Touren!

    Birgit

    • Stefan Stefan

      Hi Birgit,

      danke für deinen Kommentar! So bekommt man mal deutsche Teilung, Mauerfall und Komoot Navi-App in einen Beitrag zusammen:) Ich bin gerade gestern bei frühlingshaften Temperaturen im Herbst eine längere Strecke durch die Eifel gefahren und hatte mein „Allerheiligstes“ vergessen: das Kabel zum Laden des EiFons über den Fahrradakku. Ich war wieder erstaunt, wie schnell der grüne Batteriebalken kleiner, danach rot wurde, bis dann kurze Zeit das Handy tot war.

      By the way: gute Besserung, toitoitoi – lieben Gruß
      Stefan

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