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Radweg Deutsche Einheit – Etappe 14: Bad Belzig bis Potsdam

Highlights auf der Strecke

  • Radweg R1
  • Baumwipfelpfad Heilstätten Beelitz
  • Potsdam

Übernachtung: Hotel Anno 1900; Babelsberg (3-4; hier passte leider nichts: kleines Zimmer, mickriges Bad, unfreundlicher Service)

Übernachtung: Hotel Anno 1900; Babelsberg (3-4; hier passte leider nichts: kleines Zimmer, mickriges Bad, unfreundlicher Service)

Trotz der Hochzeitsparty haben wir tiefenentspannt geschlafen. Nach einem ausgiebigen Frühstück wir waren durch und durch fit für die wenigen Kilometer bis zur Hauptstadt. Unsere letzte Etappe war angebrochen: heute hieß das Ziel Potsdam, genau genommen die Glienicker Brücke mit dem Ortseingang-Schild „Berlin“. Das war mir für die Dokumentation der Radreise von Bonn nach Berlin wichtig.

Wenn man es aufregend, abwechslungsreich will, muss man sich wirklich eine andere Tour aussuchen. Der Weg von Bad Belzig nach Potsdam hat nichts zu bieten. Die berühmten Wälder, lange gerade Alleen parallel zu ICE-Strecke, keine Steigung – also erneut ein bequemes Radeln mit viel Gequatsche. Natürlich war auch an diesem Tag Gegenwind – eigentlich hatte ich gefühlt die beiden Wochen immer nur Gegenwind. Dies könnte jedoch bedeuten, dass ich am morgigen Rückreisetag Rückenwind haben könnte – um so schneller wäre ich bei meiner Liebsten, das wäre doch was.

Erwähnen möchte ich allerdings noch die Zickenwiese in Trebitz und den heruntergekommenen Bahnhof in Borkheide – zwei Highlights, die uns den Vormittag erheiterten.

Bahnhof Borkheide - lost place
Der Bahnhof Borkheide – ein Wurmloch in eine andere Galaxie
Zicken Frauen Streit
Wer wird da wohl vorbeigebracht?

Dann ging es auf einmal rasant schnell: das Gelände der Heilstätten Beelitz kam in Sichtweite. Die Heilstätten waren um die Jahrhundertwende von der Landesversicherungsanstalt Berlin für Lungenkranke errichtet worden. Es war eine der größten medizinischen Einrichtungen im Berliner Umland und eine der ersten Rehabilitationseinrichtungen für finanziell schlecht gestellte Menschen. Es gab getrennte Bereiche für Frauen und Männer, moderne Infrastruktur und weitgehende Autarkie in der Versorgung. In den Weltkriegen wurden hier dann Kriegsverwundete behandelt, nach 1945 bestand dort bis 1994 das größte Militärhospital der sowjetischen Armee im Ausland. Auch Honecker wurde einige Zeit in Beelitz behandelt, bevor er im März 1991 nach Moskau ausgeflogen wurde.

Für viele Jahre galten die Heilstätten Beelitz als Eldorado für abenteuerliche Entdeckungsreisen in die Vergangenheit, Fotoshootings der Extraklasse, ein lost place, der an Größe und Vielfalt vielleicht noch vom AKW in Tschernobyl übertroffen wurde. Die Zeit des Verfall und Stillstands ist allerdings definitiv vorbei, denn Investoren haben inzwischen auch das Umland von Berlin entdeckt und dieses Gelände hat für Projektentwickler unheimlich großes Potenzial. Neben dem Baumwipfelpfad, der über der ehemaligen Frauenabteilung verläuft, wird an vielen Stellen gewerkelt, gebaut und manches ist kurz vor der Fertigstellung. Diese Mischung aus alt, ganz alt, verfallen und saniert ist etwas Besonderes – immer noch faszinierend, was auch die jährlichen Besucherzahlen beweisen: über 1 Million Besucher haben den Baumkronenpfad seit der Eröffnung im Jahr 2015 erkundet. Von oben gibt es fantastische Ausblicke auf das Gelände im engeren Sinne, bei klarem Himmel sogar bis weit nach Potsdam und Umgebung.

Wir waren wirklich sehr angetan von unserem Besuch, auch von der Tatsache, dass – trotz eines Wochenendes – der Besucherandrang im September anscheinend schon nachgelassen hatte.

Nach Beelitz war es eigentlich nicht mehr weit, aber es zog sich dennoch in die Länge.

 

 

 

Hier geht es mit der fünfzehnten Etappe weiter.

Veröffentlicht in Allgemein

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