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Zusammenfassung: Kleine Häppchen – lange Radtour

Up-date April 2020:

Auch mich hat die Corona-Pause voll erwischt, zum Glück nicht als Infizierter unter häuslicher Quarantäne oder gar mit einem Krankenhausaufenthalt. Dennoch stehen unsere Pläne für 2020 – wie für viele andere Menschen – unter einem unsicheren Stern. Wer hier schaut, kann sich vorstellen, dass es mit der für diesen Juni geplanten Wohnwagen-Tour am Grünen Band entlang möglicherweise nicht klappen wird. Wer weiß (heute) schon, in welcher Weise die Ausgangs- und Kontaktbeschränkungen aufrechterhalten bleiben oder wieder gelockert werden.

Ich nutze die viele Zeit und ergänze meine Webseite für die Radtour am Grünen Band. Hier findet ihr eine Zusammenfassung der einzelnen Etappen, von dieser Seite könnt ihr bequem auf die entsprechenden Tour- bzw. Etappenberichte springen.

Tag 1: Dreiländereck (bei Prex) – Bad Steben

→ 58km – ↑ 860m – ↓ 840m

Gut gelaunt, gut gefrühstückt, bei idealem Radwetter ging es von der Übernachtung in Selb zum Dreiländereck. Das ist der südlichste Punkt des Grünen Bands: hier treffen sich die Bundesländer Bayern und Sachsen sowie die tschechische Republik. Hier sollte nach langer Vorbereitung endlich der Startschuss für meine bislang längste Radtour fallen. Es dauerte sicher 1 1/2 Stunden, bis ich meine Gepäcktaschen an- und wieder abmontiert hatte, denn ich vermisste irgendein Kleinteil, was natürlich ganz unten in einer der Ortliebs drin steckte: alles raus, dann wieder neu sortiert rein. Soviel kann ich verraten: das war nicht das letzte Mal in den kommenden drei Wochen.

Ich habe mich riesig gefreut, als der Beginn des Abenteuers immer näher rückte. Vorher wurde noch ausgiebig geküsst, geherzt und gute Ratschläge mit auf den Weg gegeben. Ein letztes „Bis bald!“ – Frau und Parkplatz wurden immer kleiner.

Diese erste Etappe war ein recht sanfter Einstieg über knapp 60 Km. Die Strecke führt am alten Grenzbahnhof Gutenfürst, dem ehemals geteilten „KleinBerlin“ oder Mödlareuth vorbei. Dann gehts an Saale und Selbitz bis zum romantischen Höllental, um nach einem knackigen Anstieg ins Bayerische Staatsbad Bad Steben zu gelangen.

Hier gehts zum vollständigen Etappenbericht / Tag 1 – viel Spaß beim Lesen!

Tag 2: Bad Steben – Probstzella

→ 56km – ↑ 990m – ↓ 1220m

Nach einem gemütlichen Abend im neugemachten Sauna-Bereich des Staatsbades, einer erquicklichen Nacht und einem guten Frühstück ging es am nächsten Morgen – bei Sonnenschein und trotzdem frischen Temperaturen – Richtung Norden weiter. Das Ziel dieser Etappe hieß: Probstzella – Bauhaus-Geschichte in der thüringischen Pampa. Obwohl sich einige Höhenmeter im Laufe des Tages summierten, ist das im Prinzip eine leicht hügelige Streckenführung, die Kondition, aber keine Herkules-Kräfte erfordert.

Ein Highlight zwischendurch ist der historische Schieferabbau in Lehesten und nicht weit davon entfernt eine sehr traurige Mahnung aus der Zeit des deutschen Faschismus: das KZ-Außenlager Laura. Hier wurden die Häftlinge zur Arbeit in der Schieferbrüchen gezwungen.

Zum guten Ende: nach Probstzella geht es von 630m NN auf 360m NN herunter. Je nach Routenführung kann man vor Probstzella die Burg Lauenstein (kurz hinter der bayerisch-thüringischen Grenze) „mitnehmen“; dafür rechtzeitig im Örtchen Lichtentanne abbiegen. Ich habe die Burg am späten Nachmittag besucht, als Genussausflug von Probstzella – alles ohne Gepäck.

Hier gehts zum vollständigen Etappenbericht / Tag 2 – viel Spaß beim Lesen!

Tag 3: Probstzella – Steinach

→ 40km – ↑ 940m – ↓ 710m

Diese Etappe hatte es in sich, denn der Thüringer Wald kann verdammt steil sein, vor allem, wenn man – wie ich eher aus Versehen – einen nicht unerheblichen Teil auf dem Kolonnenweg gefahren war.

Ein Highlight ist in jedem Fall kurz hinter Probstzella die Thüringer Warte. Früher wollte man die „Brüdern und Schwestern im Osten“ nahe sein, zumindest aus luftiger Höhe (knapp 30m hoch) ihnen vom Ratzenberg zuwinken können. Auch heute hat man einen fantastischen 360° Rundumblick über den Thüringer Wald.

Anschließend ging es weiter auf mehr oder weniger einsamen Wald- und Wirtschaftspfaden hinunter ins Tal der Steinach und ins gleichnamige Städtchen. Übernachtet habe ich im OutdoorInn, welches für solche Zwecke bestens gerüstet ist (kein Hochzeitsreisen/Flitterwochen-Hotel).

Hier gehts zum vollständigen Etappenbericht / Tag 3 – viel Spaß beim Lesen!

Tag 4: Rund um Steinach

→ 62km – ↑ 900m – ↓ 890m

Das sollte ein Ruhetag werden, aber Wetter und Stimmung waren so gut, dass ich es nicht sein lassen konnte und in den Süden bis zur Landesgrenze bei Heinersdorf geradelt bin.

Das Schöne an solchen Tagen ist es, sich um kein Gepäck kümmern zu müssen; die kleine Lenkertasche hatte genug Platz für zwei Müsli-Riegel, einen Apfel und ein restlichen Krempel. Es war zwar kein reinrassiger Ruhetag, dafür aber eine tolle Genuss-Tour durch Thüringen, natürlich auch wieder über den Plattenweg, irgendwo, irgendwann im Wald gestrandet und am Ende doch noch über Sonneberg – die Spielzeugstadt – nach Steinach rechtzeitig vor einem satten Gewitter und Wolkenbruch gekommen.

Zum vollständigen Etappenbericht gehts hier: Tag 4 – viel Spaß beim Lesen!

Tag 5: Steinach – Zimmerau

→ 55km – ↑ 560m – ↓ 550m

Ich erinnere mich ungern an die technische Probleme mit dem Server/Hosting, aber das beschäftigte mich zwischendurch etliche Stunden. Darum nahm ich kurzerhand den Zug bis Veilsdorf. Also raus aus dem Thüringer Wald – rein in den Frankenwald. Darum nutzte ich den Panoramazug der Südthüringen Bahn um von Steinach eine „Abkürzung“ bis Veilsdorf zu nehmen.

In Veilsdorf war der Thüringer Wald Geschichte und ich radelte sehr entspannt über eine hügelige Landschaft bis Zimmerau. Dort sollte mich der nächste Aussichtsturm mit Blick in den Osten erwarten – und Wanderreiter, die ebenfalls von Süd bis Nord auf dem Grünen Band unterwegs waren.

Zum vollständigen Etappenbericht gehts hier: Tag 5 – viel Spaß beim Lesen!

Tag 6: Zimmerau – Birx

→ 93km – ↑ 1370m – ↓ 1050m

Es war nicht das verflixte 7. Jahr, sondern der 6. Tag: Ich war voll auf der Fresse, nachdem ich auf einem Schotterweg vor Fladungen versucht hatte, das Fahrrad mit Oberarm und Oberschenkel abzubremsen. Hat zwar geklappt, aber erheblicher Kollateralschaden.

Trotz der längeren Distanz ist dieses Teilstück sehr interessant und auch wunderschön zum Fahren: Saale-Quelle als kleiner Rinnsal, schöne Ausblicke über die Landschaft, Skulpturenpark Deutsche Einheit bei Eußenhausen und vieles mehr.

Diesen Eindruck hätte ich gerne behalten, bis, ja bis ich auf einem Schotterweg hingelegt habe – viel Glück dabei, denn Rad total okay, Mann bis auf kleinere Schäden ebenfalls. Aber ich benötigte medizinische Hilfe und wurde zum Glück eine halbe Stunde später in Fladungen fündig.

Durch den Sturz und die weiteren Umstände habe ich leider den Abstecher zum Schwarzen Moor versäumt. Hier wird man Informationen zur Geschichte des Moors und einem hölzernen Wanderpfad durch Moor belohnt.

Zum vollständigen Etappenbericht gehts hier: Tag 6 – viel Spaß beim Lesen!

Tag 7: Birx – Sünna

→ 54km – ↑ 440m – ↓ 790m

Diese Etappe führte mich nach einer fürchterlichen Nacht (Ibuprofen sei Dank!), jedoch mit interessanten Gesprächen durchs Ulstertal nach Geisa und damit auch zum Point Alpha. Diese Stelle war im Kalten Krieg ein strategisch wichtiger Punkt zwischen Ost und West. Nach NATO-Überlegungen hätte nämlich nur hier der „Russe“ mit seiner riesigen Panzertruppe in den freien Westen durchbrechen können. Darum war der Stütz- oder Beobachtungspunkt Point Alpha für die Amerikaner und die NATO eine zentrale ccc, um Truppenbewegungen des „Warschauer Paktes“ rechtzeitig zu erkennen.

Heute gibt es sowohl ein spannendes Grenz-Museum als auch das museale Areal des ehemaligen Point Alpha-Stützpunktes des US Armee zu besichtigen.

Der Tag endete angestrengt und mühselig im Keltenhotel in Sünna, unweit einer frühzeitlichen Keltensiedlung auf dem nahen Öchsenberg.

Zum vollständigen Etappenbericht gehts hier: Tag 7 – viel Spaß beim Lesen!

Tag 8: Sünna – Creuzburg

→ 63km – ↑ 250m – ↓ 460m

Von der Ulster an die Werra: eine Landschaft, die durch die großen Kaliabraumhalden geprägt wird. Monte Kali ist weithin sichtbar. Vacha, ein kleines, mittelalterliches Städtchen wurde durch die „Brücke der Einheit“ und das Grüne Ampelmännchen bekannt. In der Stadt Heringen ist K+S Kali zuhause. Im kleinen Hörschel an der Werra beginnt der Rennsteig. Und für den Radfahrer ist eine Etappe entlang eines Flusses meistens eine sehr erholsame Sache. Zumal in Creuzburg meine Frau auf mich wartete und wir im Stiftsgut Wilhelmsglücksbrunn ein paar Tage gemeinsam verbringen wollten.

Zum vollständigen Etappenbericht gehts hier: Tag 8 – viel Spaß beim Lesen!

Tag 9: Rund um Creuzburg

„Faulsein in Creuzburg“ so lautete die Überschrift. Das Motto war wirklich Programm. Das Fahrrad blieb im Rad-Schuppen und wir nutzen die Zeit für eine ausgedehnte Erkundung mit dem Auto. Schon Creuzburg ist recht pittoresk, die bekannte Liboriuskapelle aus dem 15. Jahrhundert an der alten Werrabrücke, Treffurt, Mühlhausen alles Orte mit viel Geschichte und Vergangenheit. Insofern ging die Zeit schnell vorbei, auch weil wir Zeit miteinander wollten und das Hotel für einen gemütlichen Plausch auf der kleinen Seeterrasse geeignet war.

Zum vollständigen Etappenbericht gehts hier: Tag 9 – viel Spaß beim Lesen!

Tag 10: Treffurt – Bad Sooden-Allendorf

→ 42km – ↑ 530m – ↓ 560m

Dieses Teilstück hatte es mal wieder mächtig in sich. Erst der gemütliche Einstieg an der Werra entlang. Nebenbei bemerkt: ich hätte einfach bis Bad Sooden so gemächlich weiterradeln können. Aber ich wollte mir unbedingt das Grenzmuseum Schifflersgrund, die Agentenröhre und die Burgruine Altenstein anschauen. Kurz gesagt: diese Ziele habe ich nicht erreicht, dafür auch ein tolles, wildes und waghalsiges Stück vom Grünen Band – wenn auch nicht wirklich beabsichtigt – erlebt. Bei Volkerode (im Osten) oder in der Hessischen Schweiz (im Westen) gibt es das Grüne Band wie aus dem Buche. Eine breite Schneise, Magerwiesen, der alte Plattenweg bis zum Horizont – und Einsamkeit pur. Das alleine war schon toll, allerdings der anschließende „Preis“ durch die Komoot-Navigation war anstrengend und waghalsig.

Zum vollständigen Etappenbericht gehts hier: Tag 10 – viel Spaß beim Lesen!

Tag 11: Bad Sooden-Allendorf – Breitenworbis

→ 90km – ↑ 1230m – ↓ 1090m

Das Wetter war passend für diese lange Etappe: die Sonne hatte sich hinter Wolken versteckt und meinte es insgesamt gut mit mir, da Höhenmeter ohne heftigen Sonnenschein immer besser laufen.

Ich hatte mir einige spannende Besichtigungspunkte auf den Zettel geschrieben, auch hier: weniger ist mehr, denn es wurde ein recht stressiger Tag. Die Burg Hanstein liegt praktisch noch in Sichtweite der Werra und hat eine sehr wechselhafte Geschichte. Danach bin ich bald nach Friedland abgebogen, das liegt nicht unmittelbar am Grünen Band, aber beschreibt die Wirren und das menschliche Leid im Nachkriegs-Deutschland sehr anschaulich. Außerdem eine sehr berührende Ausstellung über Migration und Fluchtursachen. Kurz vorm Ende des Tages dann noch das Grenzmuseum in Teistungen – mit einer neu aufgebauten Ausstellung und einem ausgedehnten Besichtigungsareal. Hingehen!

Zum vollständigen Etappenbericht gehts hier: Tag 11 – viel Spaß beim Lesen!

Tag 12: Breitenworbis – Sülzhayn

→ 83km – ↑ 1060m – ↓ 990m

 

Zum vollständigen Etappenbericht gehts hier: Tag 12 – viel Spaß beim Lesen!