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Felderhebung für Artenvielfalt am Grünen Band

Was es nicht alles gibt: großangelegte Felderhebung zur Artenvielfalt

Der BUND führt eine einmalige Felderhebung für die Erforschung der Artenvielfalt am Grünen Band durch. Entlang der knapp 1.400 Kilometer des ehemaligen innerdeutschen Grenzstreifens, von der Ostsee bis ins sächsisch-bayerische Vogtland, werden erstmalig in einer breit angelegten Felderhebung im Projekt „Arterfassung am Grünen Band“ Insekten erfasst.

Ein zentrales Element des Projekts ist die diesjährige Freilanderhebung. Entlang des gesamten Grünen Bandes sind von April bis August 2025 sechs Expertenteams unterwegs, um einmal pro Monat Insektenproben an 100 Standorten in ausgewählten Lebensräumen zu sammeln. Diese Proben werden anschließend in einem spezialisierten Labor aufgearbeitet und genetisch analysiert, um umfassende Listen zur Artenvielfalt und Rückschlüsse über die Funktion des Grünen Bandes als Lebensraum für Insekten zu liefern.

Grünes Band bei Birx (Foto: Klaus Leidorf)
Drohnenaufnahme – Verlauf des Grünen Bands bei Birx (Foto: Klaus Leidorf)

Rückzugsort für seltene Tier- und Pflanzenarten

Das Grüne Band Deutschland ist ein fast 1.400 Kilometer langer und 177 Quadratkilometer großer Biotopverbund entlang der ehemaligen innerdeutschen Grenze. Seit der Teilung Deutschlands hat sich der einstige Grenzstreifen zu einem einzigartigen Rückzugsort für seltene Tier- und Pflanzenarten entwickelt. Geschätzt kommen mindestens 1.000 Arten der Roten Liste Deutschlands im Grünen Band vor, wie eine Wildbienenart, das Braunkehlchen oder die Wildkatze. Auch elf endemische (nur hier existierende) Arten, zB die Rhön-Quellschnecke, finden hier ihren einzigen Lebensraum.

Hotspot der Biodiversität

Das Grüne Band verbindet heute Lebensräume von nationaler und internationaler Bedeutung und umfasst zahlreiche Naturschutz- und Natura-2000-Gebiete. Bis heute sind über vier Fünftel des Grünen Bandes als Nationales Naturmonument gesetzlich geschützt. Es bildet somit den längsten, durchgehend geschützten Biotopverbund Europas. Die Schutzmaßnahmen und das Engagement vieler Beteiligter haben das Gebiet zu einem Hotspot der Biodiversität in oftmals ausgeräumten und artenarmen Agrarlandschaften gemacht.

Veröffentlicht in Allgemein

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